Wer einen Elektriker, eine Reinigungsfirma oder ein Restaurant sucht, tippt die Suche bei Google ein und sieht zuerst die Karte mit drei Betrieben. Diese drei Plätze kommen nicht von Ihrer Website. Sie kommen aus dem Google Unternehmensprofil, früher Google My Business genannt.
Der Begriff „Google Unternehmensprofil” wird in Deutschland rund 9.900 Mal pro Monat gesucht, Tendenz steigend. Trotzdem sind viele Profile halb ausgefüllt oder falsch kategorisiert. Das ist die gute Nachricht: Mit einer Stunde sauberer Arbeit sind Sie besser aufgestellt als ein großer Teil Ihrer Mitbewerber.
1. Profil anlegen oder übernehmen
Gehen Sie auf business.google.com und melden Sie sich mit einem Google-Konto an, das dem Unternehmen gehört, nicht einem Mitarbeiter privat.
Suchen Sie zuerst nach Ihrem Firmennamen. Oft existiert schon ein Eintrag, den Google automatisch angelegt hat. In dem Fall klicken Sie auf „Inhaber dieses Unternehmens?” und übernehmen ihn. Ein zweites Profil für denselben Standort anzulegen ist ein Fehler: Doppelte Einträge schwächen sich gegenseitig und können gesperrt werden.
Tragen Sie den Namen genau so ein, wie er auf Ihrem Schild und im Impressum steht. Zusätze wie „Elektriker Bremen günstig” im Namen verstoßen gegen die Richtlinien und führen regelmäßig zu Sperrungen.
2. Die richtige Kategorie wählen
Die Hauptkategorie ist die wichtigste einzelne Angabe im ganzen Profil. Sie entscheidet, für welche Suchen Google Sie überhaupt in Betracht zieht.
- Wählen Sie die genaueste Kategorie, nicht die allgemeinste. „Dachdecker” statt „Bauunternehmen”.
- Ergänzen Sie weitere Kategorien nur für Leistungen, die Sie wirklich anbieten.
- Schauen Sie nach, welche Hauptkategorie die drei bestplatzierten Mitbewerber in Ihrer Stadt nutzen. Das ist ein guter Hinweis.
3. Adresse oder Einzugsgebiet
Hier passieren die meisten Fehler.
Ladengeschäft oder Büro mit Kundenverkehr: Adresse eintragen und anzeigen lassen.
Betrieb, der zum Kunden fährt (Handwerker, mobile Dienste): Adresse hinterlegen, aber ausblenden, und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben. Tragen Sie die Orte ein, in denen Sie wirklich arbeiten. Ein Gebiet von 200 Kilometern bringt keine besseren Platzierungen, denn Google gewichtet die Nähe zum Suchenden stark.
4. Profil bestätigen
Ohne Bestätigung ist das Profil nicht sichtbar. Je nach Branche bietet Google unterschiedliche Wege an:
| Methode | So läuft es ab |
|---|---|
| Video | Sie filmen Standort, Firmenschild und Arbeitsmittel in einem Durchgang |
| Telefon oder SMS | Code an die Firmennummer |
| Code an eine Adresse mit Firmendomain | |
| Postkarte | Code per Post, dauert einige Tage |
Die Videobestätigung ist inzwischen der häufigste Weg. Zeigen Sie im Video das Straßenschild, den Eingang mit Firmennamen und etwas, das beweist, dass Sie dort arbeiten, zum Beispiel das beschriftete Fahrzeug oder Werkzeug.
5. Vollständig ausfüllen
Google sagt selbst, dass vollständige Profile besser passenden Suchen zugeordnet werden. Füllen Sie alles aus:
- Öffnungszeiten inklusive Feiertagen. Falsche Zeiten sind der häufigste Grund für schlechte Bewertungen.
- Telefonnummer und Website. Eine eigene Website mit denselben Kontaktdaten stärkt das Profil. Die früheren Gratis-Websites von Google wurden 2024 abgeschaltet, ein Link dorthin führt ins Leere.
- Leistungen mit kurzer Beschreibung, bei Bedarf mit Preisspanne.
- Beschreibung: 750 Zeichen. Schreiben Sie, was Sie tun, für wen und wo. Keine Werbesprüche.
- Fotos: Außenansicht, Team, echte Arbeiten. Eigene Bilder schlagen Stockfotos immer.
6. Bewertungen: der stärkste Hebel
Anzahl, Durchschnitt und Aktualität der Bewertungen beeinflussen sowohl die Platzierung als auch die Entscheidung des Kunden.
Im Profil finden Sie unter „Rezensionen erhalten” einen direkten Link. Schicken Sie ihn nach jedem abgeschlossenen Auftrag per WhatsApp oder E-Mail. Ein fester Ablauf bringt mehr als jede Aktion: jede Woche zwei bis drei Bitten an zufriedene Kunden.
Antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf die kritischen. Und kaufen Sie keine Bewertungen: Das ist wettbewerbswidrig und Google entfernt solche Einträge zunehmend automatisch. Was Sie bei unfairen Bewertungen tun können, steht in unserem Beitrag Google Bewertungen löschen.
7. Dranbleiben
Ein Profil ist kein Projekt, das man einmal abschließt.
- Alle paar Wochen neue Fotos hochladen
- Beiträge für Aktionen, neue Leistungen oder Betriebsferien nutzen
- Die Auswertung im Profil ansehen: Wie viele Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks kamen?
Wenn die Zahlen steigen, aber kaum Anfragen ankommen, liegt es meist an der Website dahinter. Dann lohnt ein Blick auf Webdesign für Handwerker und auf lokales SEO.
Unsere ehrliche Empfehlung: Machen Sie das Profil selbst. Es kostet nichts und dauert eine Stunde. Geld für Hilfe lohnt sich erst beim nächsten Schritt: einer Website, die aus Profilbesuchern Anfragen macht, und lokalem SEO für die Suchen, bei denen Ihr Profil allein nicht reicht.
