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Recht & Compliance

KI-Kennzeichnungspflicht 2026: Was Unternehmen jetzt kennzeichnen müssen

Seit August 2026 gelten die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung. Was Sie auf Website, Social Media und im Chat kennzeichnen müssen und was nicht.

SD
Geschrieben von
Saad Dyab
Gründer & Strategischer Leiter
J
KI-Lektorat KI
Jessica
KI-Assistentin · Lektorat

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Saad Dyab hat ihn fachlich geprüft, bearbeitet und freigegeben und trägt die redaktionelle Verantwortung. Jessica ist unsere KI-Assistentin, keine reale Person. Mehr zu unserem KI-Einsatz

· 4 Min. Lesezeit
Grafik: KI-Kennzeichnungspflicht 2026 für Unternehmen

Die Suche nach „KI Kennzeichnungspflicht” ist in Deutschland innerhalb eines Jahres von fast null auf rund 2.900 Anfragen pro Monat gestiegen. Der Grund ist ein Datum: Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Art. 50 der EU-KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689).

Viele Unternehmer fragen sich seitdem, ob jeder mit ChatGPT geschriebene Text ein Etikett braucht. Die kurze Antwort: nein. Die Pflicht ist enger, als viele denken, aber an einigen Stellen trifft sie fast jeden Betrieb.

Dieser Beitrag ist eine Orientierung aus der Praxis und keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.

1. Wen die Pflicht trifft

Die Verordnung unterscheidet zwei Rollen:

  • Anbieter entwickeln ein KI-System oder bringen es unter eigenem Namen auf den Markt, zum Beispiel OpenAI oder ein Softwarehaus.
  • Betreiber setzen ein KI-System beruflich ein. Das sind Sie, sobald Sie KI im Unternehmen nutzen.

Für die meisten Betriebe sind die Betreiberpflichten entscheidend. Rein private Nutzung ist ausgenommen.

2. Chatbots und Telefonassistenten

Wer mit einer KI spricht oder schreibt, muss das wissen. Der Hinweis muss spätestens zu Beginn der ersten Interaktion kommen, klar und gut erkennbar. Eine Ausnahme gilt nur, wenn es für jeden vernünftigen Nutzer ohnehin offensichtlich ist.

In der Praxis heißt das:

  • Website-Chat: Ein Satz wie „Sie chatten mit unserem KI-Assistenten” im Chatfenster, bevor die erste Antwort kommt.
  • KI-Telefonassistent: Eine Ansage zu Beginn des Gesprächs.
  • Automatische E-Mail-Antworten durch KI: Ein kurzer Hinweis in der Nachricht.

Ein fest programmiertes Kontaktformular mit Auswahlfeldern ist keine KI und braucht keinen Hinweis. Mehr zur Technik steht in unserem Vergleich KI-Telefonagent oder Callcenter.

3. Bilder, Videos und Audio

Die Pflicht greift bei sogenannten Deepfakes: KI-erzeugte oder KI-veränderte Inhalte, die echten Personen, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich echt wirken könnten.

Kennzeichnen müssen Sie zum Beispiel:

  • ein KI-generiertes „Teamfoto” von Personen, die es nicht gibt
  • ein Video mit einem KI-Avatar, der wie ein echter Mitarbeiter wirkt
  • eine geklonte Stimme in einem Werbespot

Nicht darunter fallen in der Regel erkennbar künstliche Illustrationen, Icons oder abstrakte Grafiken. Der Hinweis gehört direkt an den Inhalt, etwa als Einblendung „KI-generiert” am Bild oder im Video. Eine Erklärung nur auf einer Unterseite reicht dafür nicht.

4. Texte: Blog, Website, Social Media

Hier gibt es die meisten Missverständnisse. Eine Kennzeichnungspflicht für Texte besteht nur, wenn zwei Dinge zusammenkommen:

  1. Der Text wurde von KI erzeugt oder wesentlich verändert, und
  2. er wird veröffentlicht, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren.

Und selbst dann entfällt die Pflicht, wenn ein Mensch den Text geprüft hat und eine Person oder ein Unternehmen die redaktionelle Verantwortung trägt.

InhaltKennzeichnung nötig?
Produktbeschreibung mit KI erstelltIn der Regel nein
KI-Entwurf, von Ihnen geprüft und freigegebenNein, wenn die Prüfung wirklich stattfindet
KI-Text ungeprüft als Fachartikel veröffentlichtJa
Angebot oder E-Mail mit KI formuliertNein

Wichtig ist die Ehrlichkeit an anderer Stelle: Wer einen erfundenen „Redakteur” mit Lebenslauf als Prüfer nennt, täuscht seine Leser. Das ist dann kein Problem der KI-Verordnung mehr, sondern des Wettbewerbsrechts.

5. Was bei Verstößen droht

Für Verstöße gegen die Transparenzpflichten sieht die Verordnung Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Für kleine und mittlere Unternehmen gilt der jeweils niedrigere Betrag als Obergrenze.

Realistischer als ein Bußgeld ist für kleine Betriebe die Abmahnung durch Mitbewerber. Ein fehlender Hinweis auf der Website ist für jeden sichtbar und leicht zu belegen.

6. Checkliste für Ihren Betrieb

  1. Liste aller KI-Werkzeuge im Unternehmen erstellen: Wo entstehen Texte, Bilder, Videos, wo spricht KI mit Kunden?
  2. Chatbots und Telefonassistenten mit einem klaren Hinweis zu Beginn versehen.
  3. Täuschend echte KI-Bilder und -Videos direkt am Inhalt kennzeichnen.
  4. Für KI-Texte einen festen Prüfschritt durch einen Menschen einführen und festhalten, wer verantwortlich ist.
  5. Eine kurze Seite „KI-Transparenz” anlegen, die erklärt, wo und wie Sie KI einsetzen. Unsere eigene finden Sie hier: KI-Transparenz.

Den Datenschutz müssen Sie zusätzlich beachten. Dazu mehr in DSGVO und KI.


Unsere ehrliche Empfehlung: Machen Sie daraus kein Großprojekt. Für die meisten Betriebe sind es drei Handgriffe: ein Hinweis im Chat, ein Etikett an KI-Bildern von Menschen und ein Mensch, der KI-Texte vor der Veröffentlichung liest. Wir haben genau das auf unserer eigenen Website umgesetzt, es hat einen Nachmittag gedauert.

#ki#kennzeichnungspflicht#ki-verordnung#recht
SD
Über den Autor

Saad Dyab

Gründer & Strategischer Leiter

Saad gründete Big Wolf Business, um den deutschen Mittelstand mit Websites, Marketing und KI-Automatisierung zu skalieren, die tatsächlich Geschäft generieren, nicht nur gut aussehen.

  • 8+ Jahre digitale Strategie für Mittelstand
  • 120+ erfolgreich umgesetzte Web- und KI-Projekte
  • Spezialisiert auf KI-Automatisierung & Conversion-Optimierung
Vollständiges Profil
J
Über den Prüfer

Jessica

KI-Assistentin · Lektorat

Jessica ist keine reale Person, sondern unsere KI-Assistentin. Sie prüft Entwürfe auf Verständlichkeit, Struktur und Stellen, die eine Quelle brauchen. Die fachliche Prüfung, Freigabe und Verantwortung für jeden Artikel liegt bei Saad Dyab.

  • KI-gestütztes Lektorat: Sprache, Struktur, Konsistenz
  • Markiert Aussagen, die eine Quelle brauchen
  • Finale Freigabe immer durch einen Menschen (Saad Dyab)
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